Schweizer Autoren

Angelika Waldis
Ich komme mit
978-3-336-54797-5

Seit 42 Jahren wohnt Vita Maier in dem Haus in der Torstraße 6. Als junge Mutter ist sie hier eingezogen. Doch längst ist der Sohn aus dem Haus, der Mann unter der Erde. Für ihren Nachbarn, den Studenten Lazy, ist Vita die Alte von oben, denn für Lazy gibt es nur seine Freundin Elsie. Doch so plötzlich, wie die Liebe kam, und ebenso heftig, kommt die Krankheit. Sie verscheucht Elsie und die Zukunft. Im Treppenhaus liest Vita einen mageren, erschöpften Lazy auf und nimmt ihn zu sich, um ihn mit Wurstbroten aufzupäppeln. Durch die ungewöhnlichen Umstände entwickelt sich eine tiefe Vertrautheit zwischen Lazy und Vita. Dann kommt der Tag, an dem ein neues Blutbild die Zuversicht kaputt macht. »Ich steige aus«, sagt Lazy. »Ich komme mit«, sagt Vita. Und so begeben sich zwei Lebensmüde auf eine verrückte letzte Reise.
Angelika Waldis hat mit «Ich komme mit» eine Buchperle geschaffen, welche uns auf berührende Weise die Kostbarkeit des Lebens aufzeigt.

Petra Ivanov
Alte Feinde
978-3-293-00537-2

Im Haus des erschossenen Albert Gradwohl macht die Spurensicherung eine seltsame Entdeckung: Die abgefeuerte Patrone stammt aus einer Waffe des amerikanischen Bürgerkriegs, ein Original aus dem 19. Jahrhundert. Die Hinweise führen die Staatsanwältin Regina Flint in die USA. Dort ermittelt bereits Bruno Cavalli in einem Cherokee-Reservat in den Smoky Mountains. Er soll einen Killer stellen, der seine Opfer mit vergifteten Pfeilen tötet. Doch schon seit Monaten hat Cavalli kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben. Auf der Suche nach ihm stößt Regina Flint auf mysteriöse Hinweise, die sie tief in die Vergangenheit führen. Erst als sich ihre Ermittlungen kreuzen, finden die beiden wieder zueinander.
Spannung bis zum Schluss garantiert – unbedingt lesen.

Alex Capus
Königskinder
978-3-446-26009-2

Als Max und Tina in ihrem Auto eingeschneit auf einem Alpenpass ausharren müssen, erzählt Max eine Geschichte, die genau dort in den Bergen, zur Zeit der Französischen Revolution, ihren Anfang nimmt: Jakob ist ein Knecht aus dem Greyerzerland. Als er sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern, verliebt, ist dieser entsetzt. Die Liebenden werden getrennt, als Jakob erst in den Kriegsdienst, später als Hirte an den Hof Ludwigs XVI zieht.
Ein Greyerzer Kuhhirte im Dienste des Versailler Hofes? Was unwahrscheinlich klingt, ist jedoch in historischen Urkunden belegt. Aber egal, wie viel Wahrheit und Fiktion ist, «Königskinder» ist zweifellos Alex Capus' schönste Liebesgeschichte seit "Leon und Louise".

Kurt Badertscher
Giftmord
978-3-03919-435-3

In den 1920erJahren ereignete sich ein tödliches Drama abseits des Dorfes Suhr: ein Doppelgiftmord. Beschuldigt wurde die 1862 geborene Verena Lehner. Sie hatte 16 Kinder zur Welt gebracht, sich von der Taglöhnerin zur Hausbesitzerin hochgearbeitet und besass den Ruf einer Wahrsagerin. Im kleinen Haus am Waldrand beherbergte sie auch Untermieter. Ihnen soll sie das Essen vergiftet haben. 1929 stand Lehner fünf Tage vor dem aargauischen Kriminalgericht. Die Angeklagte, die alles bestritt, wurde verurteilt und verbrachte den Rest ihres Lebens in der Strafanstalt Lenzburg. Die Erzählung vom Lenzburger Kurt Badertscher (aufgewachsen in Suhr) verwebt geschickt Fakten und Fiktion. Detaillierte Gerichtsakten und ausführliche Zeitungsberichte wechseln sich ab mit der romanhaften Erzählung eines widerständigen und starken Frauenlebens. Verena Lehner passte nicht in das Frauenbild ihrer Zeit. Der Indizienprozess gegen sie war denn auch geprägt von Vorverurteilung. Der Fall blieb letztlich unaufgeklärt.
Ina Haller
Der Fluch von Aarau
978-3-7408-0284-4

Andrina Kaufmann steckt in ernsthaften Schwierigkeiten: Nachdem sie und ihr Verlobter Marco Feller eine Beziehungspause eingelegt haben, wird sie bewusstlos neben der Leiche einer jungen Frau gefunden. Als Andrina erwacht, kann sie sich an nichts erinnern. Ist sie die Täterin? Kurz darauf überlebt sie nur knapp einen Mordanschlag. Wer ist hinter ihr her? Und vor allen Dingen: Warum?
Spannender Krimi mit Lokalkolorit. Die Protagonistin hat einige Schicksale zu meistern. Obwohl es der 6. Fall der Autorin ist, stört es nicht, wenn man die vorhergehenden Fälle nicht kennt.

Arno Camenisch
Der letzte Schnee
978-3-906050-35-5

Paul und Georg stehen Tag für Tag an ihrem alten Schlepplift. So schnell bringt den ordentlichen Georg nichts aus der Ruhe und den grossen Fabulierer Paul nichts zum Schweigen. Eine Anektode reiht sich an die nächste, und sie alle erzählen vom Verschwinden, vom Wandel und vom Leben. Und im Hintergrund zieht der Schlepplift scheppernd Runde um Runde, wie der Lauf der Zeit.


AJAR
Unter diesen Linden
978-3-85787-482-6

Sie war die Grande Dame der Westschweizer Literatur und verstummte nach dem tragischen Tod ihres einzigen Kindes im Jahr 1960. Von der Zeit danach blieben ihre Tagebuchskizzen, sensible Momentaufnahmen einer liebenden, trauernden und endlich wieder hoffenden Mutter - ein Gang durch die existentiellen Empfindungen des menschlichen Herzens: Esther Montandon, geschaffen vom Autorenkollektiv AJAR.
AJAR (Association de jeunes auteur-e-s romandes et romands) ist eine Vereinigung junger Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus der Romandie. Obwohl 18 Autorinnen und Autoren an diesem Roman gearbeitet haben, lassen sie ihre Kunstfigur Estehr Montandon mit einer Stimme sprechen. Inhaltlich wie auch von der Form her ein beeindruckendes Buch.

Frédéric Zwicker
Hier können Sie im Kreis gehen
978-3-312-00999-2

Im Alter von 91 Jahren kommt der demente Witwer Johannes Kehr ins Pflegeheim. Nur: Seine Demenz ist vorgetäuscht. Im Heim hofft Kehr, seine Ruhe zu finden. Aber so einfach ist es nicht. Er beobachtet die schrulligen, nicht selten aggressiven Mitbewohner und die Nachlässigkeit der Pfleger. Seine vorgetäuschte Demenz nutzt er, um Desserts zu stehlen und Gehhilfen unliebsamer Nachbarn zu verstecken. Bald aber wird seine Schauspielerei anspruchsvoller; je vertrauter ihm das Heim wird, desto größer ist die Gefahr einer Enttarnung. Als zufällig seine Jugendliebe Annemarie auftaucht, flackert die alte Zuneigung erneut auf.
Der Autor Frédéric Zwicker leistete seinen Zivildienst in einem Pflegeheim. Mit seinem Debüt-Roman lässt er uns Einblick nehmen in den Alltag im Altersheim. Manchmal humorvoll, manchmal traurig, aber immer feinfühlig und menschlich.

Lukas Hartmann
Ein passender Mieter
978-3-257-24401-4

Als ihr Sohn auszieht, bleiben Margret und Gerhard Sandmaier allein in ihrem großen Haus zurück. Sie beschließen, das ehemalige Zimmer ihres Sohnes zu vermieten. Der passende Mieter ist bald gefunden: ein junger Fahrradmechaniker, unauffällig, höflich, wortkarg. Doch als sich die Schlagzeilen über einen Messerstecher häufen, der in der Stadt junge Frauen überfällt, regt sich in Margret ein schrecklicher Verdacht.
Lukas Hartmann geht dem nach, wie Menschen Krisensituationen unterschiedlich verarbeiten. Er beobachtet scharf zwischenmenschliche Beziehungen und deren Dynamiken. Spannend und beeindruckend.

Thomas Meyer
Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse
978-3-257-24280-5

Der junge orthodoxe Jude Mordechai Wolkenbruch, kurz Motti, hat ein Problem: Die Frauen, die ihm seine mame als Heiratskandidatinnen vorsetzt, sehen alle so aus wie sie. Ganz anders Laura, seine hübsche Mitstudentin an der Universität Zürich. Doch die ist leider eine schickse: Sie trägt Hosen, trinkt Gin Tonic und benutzt ungehörige Ausdrücke.
Zweifel befallen Motti: Ist sein vorgezeichneter Weg in der jüdischen Gemeinschaft wirklich der richtige für ihn? Sein Gehorsam gegenüber der mame mit ihren verstörenden Methoden schwindet. Dafür wächst seine Leidenschaft für Laura und die Dinge nehmen seinen Lauf.
Ein Einblick in eine unbekannte Welt, eine berührende und schelmische Geschichte - mit jiddischem Wortwitz und unwiderstehlichem Humor.

Jens Steiner
Carambole
978-3-908777-92-2

Da sind die drei Jugendlichen, die Pläne aushecken für die bevorstehenden Schulferien und dabei genau wissen, dass auch dieses Jahr nichts geschehen wird, da ist die Troika, die sich regelmäßig zum Carambole-Spiel trifft, da ist Schorsch, der immer dann auftaucht, wenn man ihn nicht erwartet, und da sind die beiden verfeindeten Brüder, die seit jenen Erbschaftsstreitigkeiten nie mehr miteinander gesprochen haben. Im Dorf verharren die Menschen in ihrem Alltag wie gelähmt, während sich um sie herum alles verändert: Restaurants schließen, neue Wohnviertel entstehen, soziale Netze zerbrechen, Familien fallen auseinander.

Jens Steiner beleuchtet das soziale Gefüge eines durchschnittlichen Dorfes irgendwo im Mittelland. Aus der Perspektive verschiedener Akteure erfährt der Leser Schritt für Schritt mehr über die Verstrickungen und Schicksale der Dorfbewohner.

Ursula Fricker
Ausser sich
978-3-85869-470-6

Sommer in Berlin - und eigentlich wären Katja und Sebastian viel lieber im Bett geblieben an diesem Samstagmorgen. Endlich wieder einmal ausschlafen, endlich wieder einmal in den Tag hineinleben. Aber das Wochenende ist, wie so vieles im Leben des Architektenpaares, verplant. Sie machen sich auf den Weg nach Mecklenburg zu Freunden. Und während dieser Fahrt erleidet Sebastian einen Schlaganfall. Ein Helikopter bringt ihn ins Krankenhaus, und der Intensivmedizin gelingt es, Sebastian am Leben zu halten. Bald aber ist klar, dass er schwer geistig behindert bleiben wird. Katja hofft zunächst, Sebastian mit ihrer Nähe, mit ihrer Liebe zurück ins Leben holen zu können. Aber erkennt er sie überhaupt noch? Wo sind die Bilder der Erinnerung, die Pläne für die Zukunft, Wünsche und Träume? Ist das noch Sebastian? Der Roman erzählt Katjas einsame Auseinandersetzung mit den Grenzen ethisch-moralischer Grundsätze. Ein beeindruckender Roman.