Schweizer Autoren

Sophie Haemmerli-Marti
In Liebi und Fründschaft
978-3-03846-950-6

Diese zum 150. Geburtstag der Aargauer Autorin Sophie Haemmerli-Marti (1868-1942) erschienene Festschrift enthält eine Auswahl an Briefen, Gedichten und Lebenssprüchen. Biographische Texte thematisieren ihre Freundschaft mit Max Bircher, Heinrich Danioth, Carl Spitteler, Frank Wedekind sowie weiteren Zeitgenossen und beleuchten ihr Wirken in und um Lenzburg.
Das hübsche Büchlein zeigt die Bandbreite von Sophie Haemmerli-Martis Werk auf von heiteren Kindergedichten, melancholischen Reflexionen über die Liebe bis hin zum fortschrittlichen Denken dieser eindrücklichen Dichterin.

Lukas Linder
Der letzte meiner Art
978-3-0369-5785-2

"Der Letzte meiner Art" erzählt die Geschichte des jüngsten Sprosses einer altehrwürdigen Berner Familie. Alfred fühlt sich neben seiner starken, aber abgedrehten Mutter, seinem genialen Bruder und seinem umnachtet wirkenden Vater wie eine Karikatur. Trotzdem hat er es sich zur Aufgabe gemacht, seiner alteingesessenen Familie zu neuem Ruhm zu verhelfen. Ein Held möchte er werden. Dazu hat er verschiedene Möglichkeiten: Er könnte, wie sein Vorbild und Namensvetter, vierzig Franzosen erschlagen, einen Gesangswettbewerb gewinnen, oder, ja, ein Freiherr der Liebe werden! Doch zunächst ist Alfred nichts weiter als ein Realist, der sich selbst als die enttäuschende Pointe einer Geschichte sieht, deren größtes Vergehen darin besteht, viel zu lange gedauert zu haben.
Lukas Linder schreibt mit skurrilem und ziemlich schwarzem Humor über das alltägliche Scheitern. Bisher vor allem als Theaterautor tätig, legt er mit «Der letzte meiner Art» einen eigenwilligen und frischen Debütroman vor.

Gianna Molinari
Hier ist noch alles möglich
978-3-351-03739-0

Jeden Abend schaut die junge Nachtwächterin auf die Bilder der Überwachungskamera. Nichts regt sich - die Tage der Verpackungsfabrik sind gezählt, die meisten Mitarbeiter bereits gegangen. Als ein Wolf auf dem Gelände vermutet wird, entstehen Risse in der Gleichförmigkeit. Gibt es ihn tatsächlich? Wie gefährlich ist er? Die Nachtwächterin soll während ihrer Schichten eine Fallgrube ausheben. Je genauer sie der Spur des Wolfes folgt, je tiefer sie gräbt und je mehr Schichten sie abträgt, desto mehr Fragen drängen sich auf. Was etwa hat es mit dem Mann auf sich, der in der Nähe der Fabrik aus einem Flugzeug fiel? Und was mit der Bankräuberin, deren Phantombild dem Gesicht der Nachtwächterin so täuschend ähnlich sieht? Von allen Seiten versucht sie sich den Dingen zu nähern: erzählend, notierend, skizzierend, fotografierend.
Die erste Romanveröffentlichung von Gianna Molinari lässt aufhorchen. Sprachlich feine Bilder und zum Nachdenken anregende Fragmente prägen dieses literarisch spannende Debüt. Diese junge Schweizer Autorin gilt es im Auge zu behalten.

Angelika Waldis
Ich komme mit
978-3-336-54797-5

Seit 42 Jahren wohnt Vita Maier in dem Haus in der Torstraße 6. Als junge Mutter ist sie hier eingezogen. Doch längst ist der Sohn aus dem Haus, der Mann unter der Erde. Für ihren Nachbarn, den Studenten Lazy, ist Vita die Alte von oben, denn für Lazy gibt es nur seine Freundin Elsie. Doch so plötzlich, wie die Liebe kam, und ebenso heftig, kommt die Krankheit. Sie verscheucht Elsie und die Zukunft. Im Treppenhaus liest Vita einen mageren, erschöpften Lazy auf und nimmt ihn zu sich, um ihn mit Wurstbroten aufzupäppeln. Durch die ungewöhnlichen Umstände entwickelt sich eine tiefe Vertrautheit zwischen Lazy und Vita. Dann kommt der Tag, an dem ein neues Blutbild die Zuversicht kaputt macht. »Ich steige aus«, sagt Lazy. »Ich komme mit«, sagt Vita. Und so begeben sich zwei Lebensmüde auf eine verrückte letzte Reise.
Angelika Waldis hat mit «Ich komme mit» eine Buchperle geschaffen, welche uns auf berührende Weise die Kostbarkeit des Lebens aufzeigt.

Petra Ivanov
Alte Feinde
978-3-293-00537-2

Im Haus des erschossenen Albert Gradwohl macht die Spurensicherung eine seltsame Entdeckung: Die abgefeuerte Patrone stammt aus einer Waffe des amerikanischen Bürgerkriegs, ein Original aus dem 19. Jahrhundert. Die Hinweise führen die Staatsanwältin Regina Flint in die USA. Dort ermittelt bereits Bruno Cavalli in einem Cherokee-Reservat in den Smoky Mountains. Er soll einen Killer stellen, der seine Opfer mit vergifteten Pfeilen tötet. Doch schon seit Monaten hat Cavalli kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben. Auf der Suche nach ihm stößt Regina Flint auf mysteriöse Hinweise, die sie tief in die Vergangenheit führen. Erst als sich ihre Ermittlungen kreuzen, finden die beiden wieder zueinander.
Spannung bis zum Schluss garantiert – unbedingt lesen.

Alex Capus
Königskinder
978-3-446-26009-2

Als Max und Tina in ihrem Auto eingeschneit auf einem Alpenpass ausharren müssen, erzählt Max eine Geschichte, die genau dort in den Bergen, zur Zeit der Französischen Revolution, ihren Anfang nimmt: Jakob ist ein Knecht aus dem Greyerzerland. Als er sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern, verliebt, ist dieser entsetzt. Die Liebenden werden getrennt, als Jakob erst in den Kriegsdienst, später als Hirte an den Hof Ludwigs XVI zieht.
Ein Greyerzer Kuhhirte im Dienste des Versailler Hofes? Was womöglich unwahrscheinlich klingt, ist jedoch in historischen Urkunden belegt. Aber egal, wie viel Wahrheit und Fiktion ist, «Königskinder» ist zweifellos Alex Capus' schönste Liebesgeschichte seit "Leon und Louise".

Kurt Badertscher
Giftmord
978-3-03919-936-5

In den 1920erJahren ereignete sich ein tödliches Drama abseits des Dorfes Suhr: ein Doppelgiftmord. Beschuldigt wurde die 1862 geborene Verena Lehner. Sie hatte 16 Kinder zur Welt gebracht, sich von der Taglöhnerin zur Hausbesitzerin hochgearbeitet und besass den Ruf einer Wahrsagerin. Im kleinen Haus am Waldrand beherbergte sie auch Untermieter. Ihnen soll sie das Essen vergiftet haben. 1929 stand Lehner fünf Tage vor dem aargauischen Kriminalgericht. Die Angeklagte, die alles bestritt, wurde verurteilt und verbrachte den Rest ihres Lebens in der Strafanstalt Lenzburg. Die Erzählung vom Lenzburger Kurt Badertscher (aufgewachsen in Suhr) verwebt geschickt Fakten und Fiktion. Detaillierte Gerichtsakten und ausführliche Zeitungsberichte wechseln sich ab mit der romanhaften Erzählung eines widerständigen und starken Frauenlebens. Verena Lehner passte nicht in das Frauenbild ihrer Zeit. Der Indizienprozess gegen sie war denn auch geprägt von Vorverurteilung. Der Fall blieb letztlich unaufgeklärt.

Ina Haller
Der Fluch von Aarau
978-3-7408-0284-4

Andrina Kaufmann steckt in ernsthaften Schwierigkeiten: Nachdem sie und ihr Verlobter Marco Feller eine Beziehungspause eingelegt haben, wird sie bewusstlos neben der Leiche einer jungen Frau gefunden. Als Andrina erwacht, kann sie sich an nichts erinnern. Ist sie die Täterin? Kurz darauf überlebt sie nur knapp einen Mordanschlag. Wer ist hinter ihr her? Und vor allen Dingen: Warum?
Spannender Krimi mit Lokalkolorit. Die Protagonistin hat einige Schicksale zu meistern. Obwohl es der 6. Fall der Autorin ist, stört es nicht, wenn man die vorhergehenden Fälle nicht kennt.